Spoken Word

Die Sprache und das gesprochene Wort steht in der Kirche oft im Mittelpunkt. Aus Sicht der Jugendarbeit tut sich die Kirche dabei manchmal schwer eine Sprache zu finden, welche die heutige Jugend versteht und anspricht. So meinte dann auch Erik Flügge (2015): «Die Kirche verreckt an ihrer Sprache.» Ganz so drastisch mag ich es nicht bezeichnen und doch ist es in meinen Augen wichtig, dass sich die Kirche mit dieser Thematik auseinandersetzt und nicht stur an alten Traditionen festhält.

Poetry Slam als Predigt für Jugendliche?

Das gesprochene Wort steht nicht nur in einer Predigt im Mittelpunkt, sondern auch bei Slam Poeten. Die Poetry Slams begeistern Land auf und Land ab mit ihrer Leichtigkeit und doch einer gewissen Tiefe. Während maximal sechs Minuten faszinieren die Wortakrobaten das Publikum mit einem Thema. Die Poetry Slams richten sich an eine breite Bevölkerung und geniessen einen hohen Zulauf.

In der Diskussion um moderne Formen von Gottesdiensten und Liturgien weichen wir innerhalb der kirchlichen Jugendarbeit oft auf die Musik aus. Da ist es einfacher einen Konsens zu finden oder mit säkularer Musik den Lobpreis zu ersetzen. Wirklich ans Eingemachte, der Sprache und der Form, trauen sich nur die wenigsten. Sehr oft treffe ich bei den Profis eine „Schein-Expertise“ an, welche an alten Dogmen oder überholtem Fachwissen festhält. Meinte doch selbst Pfarrer Christoph Sigrist bei seinem Referat vor wenigen Woche in der katholischen Dekanatsversammlung, dass die eigene Kirche vermehrt als Experimentlabor herhalten müsse.

Genau ein solches Labor für eine junge Kirche wollen wir mit dem Preacher Slam schaffen. Wir nehmen nicht in Anspruch die richtige Form von Sprache oder Texten zu kennen. Wir nehmen auch nicht in Anspruch in der Thematik Experten zu sein. Wir laden lediglich zum Experimentieren ein. Die Tiefe der Theologen trifft auf die Wortgewandtheit der Poeten. Wir wollen zum Nachdenken anregen, inspirieren und unterhalten. Wir wollen an diesem Abend dazu beitragen, dass die Kirche nicht letztlich an ihrer Sprache verreckt.



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